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12.10.
-18.11.2001,
Eröffnung am 12.10.01 um 20:00 h |
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Traditionell ist Perspektive ein Darstellungsmittel,
um auf einer Bildfläche die Illusion der
dritten
Dimension zu erzeugen. Perspektive legt den
Betrachterstandpunkt, die Sichtweise in einem
logischen System fest. Ist deshalb die Verwendung
von Perspektive an gegenständliche
Darstellung / Projektion gebunden?
Es gibt aktuelle Werke, die auf Perspektive
eingehen und ohne Betrachterstandpunkt und Sicht
weisen festlegen zu wollen, zu einem offenen
Spiel einladen. Das Künstlerhaus zeigt
eine Auswahl
von ca. 30 Werken zeitgenössischer KünstlerInnen
zum Thema. Auf zwei Etagen sind Werke aller
künstlerischer Medien zu sehen. Die klassischen
Medien Malerei, Zeichnung und Fotografie sind
ebenso vertreten wie Video und Installation.
Perspektive bis an die Grenzen geführt,
heißt
Verzerrung, heißt Täuschung, heißt
Kippfigur. Die Fragwürdigkeit idealtypischer
Konstruktionen
und manirierter Illusionsansichten ist ebenso
Thema wie die Möglichkeit gemeinsamer Standpunkte.
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Teilnehmende
KünstlerInnen:
Peter Anders (Kassel),
Eva Borsdorf (Reutlingen), Claudi Busching (Berlin)
Paola di Bello (Mailand/I) Carsten Gliese (Münster)
Alex Hartley (London/UK)
Barbara Hindahl (Mannheim), Hans Jacoby (Nürnberg)
Hiroyuki Masuyama
(Düsseldorf), Christine Rusche (Rotterdam /NL)
Dirk Schlichting (Herne)
Ralf Werner (Düsseldorf), Silvio Wolf (Mailand/I)
Peter Zimmermann (Düsseldorf) |
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Peter
Anders
lässt
in seinen Gemälden die Perspektive des im
Bildraum dargestellten
Gegenstandes in ein subtiles Verhältnis zunächst
zum Umraum des Gemäldes und so auch zum
Betrachter treten. An einfachen Gegenständen
wie z.B. einem Stuhl probiert er die perspektivische
Kippung, die es möglich macht, malerische
Mittel ins Verhältnis zu Bildfläche
und Raum setzen. |
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Eva Borsdorf arbeitet in ihren Videos
mit Kameraperspektiven, die die Sinne täuschen
und
überraschen. Aus einer märchenhaften
Erzählung wird schnell eine traumatische
Achterbahnfahrt
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Claudia
Busching arbeitet
auf Papier und auf Leinwand. Ihr besonderes Interesse
gilt den
ungewöhnliche Formaten, die selbst bereits
perspektivische Sichtweisen anbieten, ohne dass
diese sich deckungsgleich als Projektionen einlösen.
In ihren Wandarbeiten nimmt sie auf den
Raum bezug, dessen Koordinaten durch die Plazierung
ihrer Parallelogramme vom Betrachter
nicht mehr eindeutig wahrzunehmen sind: es gibt
sie nicht mehr, die einzig richtige Ansicht.
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Paola di Bello
vertritt als Fotografin
die Position einfacher Bilder. Gefundenen
Gegenständen,
die ihren Halt, ihre seitenrichtige Präsentation
verloren haben, gibt sie eine aufrechte Haltung
zurück
und repariert auf diese Weise nicht nur das
Bild, sondern auch den Ruf des Abgebildeten.
In einer Videoarbeit benutzt sie die berühmten
Ecktürme des Mailänder Meazza-Stadions,
um die
strömenden Menschenmassen als Beweger
von Architektur zu zeigen.
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Carsten Gliese
fertigt in sogenannten Blickpyramiden den verdichteten
Aufnahmeraum eines Fotoobjektivs zu skulpturalen
Körpern. Fotografie, Modellwirklichkeit,
Konstruktion greifen
so quasi spartenübergreifend ineinander
und bilden eine neue Realität.
Im Künstlerhaus entstand eine neue Arbeit,
die sich - an borocken vorbildern anlehnend
- auf Dauer im 'Deckenbereich' eines ausstellungsflures
ansiedelte
und diesen in einen
imaginären Himmel öffnet.
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Alex Hartley
thematisiert die Wichtigkeit von Bewerbungen
bei Galerien im professionellen
Berufsleben von KünstlerInnen. I
took my slides to the gallery heißt
die Installation aus
riesenhaften Dias - eine zeitgenössische
Sonderform der Bedeutungsperspektive.
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Barbara
Hindahl
setzt in ihren temporären Eingriffen eine
Tradition des Barock fort: von
einem idealen point de vue ausgegehend konstruiert
sie Zeichnungen in den realen Raum.
Diese Zeichnungen können dort jedoch interaktiv
ausgewertet werden: Beim Treppensteigen
im Künstlerhaus zerfällt und setzt
sich wieder zusammen, was die Künstlerin
dort eingeschrieben hat.
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Hiroyuki Masuyama
unterläuft die Glaubwürdigkeit von
Fotografie, indem er die Gleichzeitig-
keit verschiedener
Tages- oder Jahreszeiten in einem Bild erlaubt.
Zugleich notiert er unter-schiedliche Zustände
von Räumen in Abhängigkeit von der
verstrichenen Zeit. Es ergeben sich fotografische
Panoramen und Kamerafahrten in Videoarbeiten,
deren Reiz in ihrer surrealen Komponente liegt.
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Christine Rusche
arbeitet in den Medien Zeichnung und Malerei.
Touristische Motive werden gezielt übermalt,
die Künstlerin greift mit Flächen
in idyllischen Szenerien ein. Andere Arbeiten
zeichnen die Illusion einer Landschaft direkt
in den Ausstellungsraum.
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Dirk Schlichting
entlarvt in einem Objekt die Fotografie als
perspektivische Täuschung. Aus Fotografien
eines Stuhls setzt er plastisch eben jenen
Stuhl wieder zusammen.
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Hans
Jacoby arbeitet
mit poveren Materialien und erzeugt
mit einfachsten Mitteln Farbpektive.
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Ralf
Werner
bearbeitet Raum so lange bis er zerfällt:
z.B. in seiner Diainstallation, die auf die vorhandene
Architektur reagiert und deren Räumlichkeit
scheinbar aufhebt. Werner kippt
beispielsweise die Wände von Ausstellungsräumen
maßstäblich um 90 Grad in den Raum
hinein,
so dass die Außenhaut als plastische Landschaft
im Innern erfahrbar wird. |
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Silvio Wolf
fotografiert Gemälde schräg von
der Seite und nimmt Reflexionen und Verzerrungen
dabei bewußt in Kauf. Gewissermassen
als shaped photography erlauben
seine Bilder einen neuen Blick auf Meisterwerke
der Malerei
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Peter
Zimmermann arbeitet in
seinen Objekten virtuos mit räumlichen Verzerrungen,
die Verpackungsmaterialien erfassen und mit ihnen
auch die aufgedruckten Texte. Dieser auch als
Anamorphose bezeichnete Aspekt seiner Arbeit wird
in der Ausstellung zu sehen sein. |
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> Am
Samstag, den 13.10.2001 findet ein >
shuttle Abend statt
> Treffpunkt: am Dortmunder Kunstverein
um 17 Uhr
> Führung durch 3 Ausstellungen
mit anschließendem Abendessen im
> sissikingkong > Transport zwischen
den Ausstellungsorten und Eintritt frei
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> space between
parallel lines
> Kurzvorträge und Diskussion
Sonntag, den 4.11.2001 16 - 20 Uhr
Die Vortragenden sind
Bauzeichner, Kunsthistoriker, Konstrukteure,
Bildhauer, und Konzeptkünstler - das
bedeutet verschiedene Standpunkte - points
of view.
Daraus wird ein spannender Perspektivencocktail
von der pragmatischen Anwendung, über
die historische Untersuchung,
die philosophische Annäherung bis hin
zur werteverschiebenden vierten Dimension.
Mit dabei: Hartmut
Böhm. Karin Wendt, die Arbeitsgemeinschaften
Retrograde Strategien und Plateau Radioartive.
www.dasgelbefass-timelag.de
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Kooperation
Die
Ausstellung points of view ist Teil des Ausstellungsprojekt
Perspektive in der zeitgenössischen Kunst
in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Kunstverein
und der Galerie Kühr + Petermeier.
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>Zum Projekt ist ein
Katalog erschienen.
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