Stadtmitte, fixiert
Fotoarbeiten für Großplakatflächen in der Dortmunder Innenstadt
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
  27.10.2001 - 11.11.2001 24 Std täglich, Eröffnung am 27.10.01 um 20:00 h
   
   
  Stadtmitte, fixiert plaziert Fotografie auf Großwerbeflächen im öffentlichen Raum.
Auch alltäglich werden diese Orte von Fotografie besetzt. Fotografie macht dort Werbung, wird in Kombination mit Zahlen zum Sonderangebot, wird mit Worten und imperativen Texten zu Slogans aufgeladen. Die beteiligten KünstlerInnen wurden eingeladen, das Augenmerk ihrer Arbeit gerade dieser Kombinatorik von Fotografie und Text zu widmen und der konsumorientierten Wort-Bild-Welt 'künstlerische Verhältnisse' entgegenzusetzen, sie in den alltäglichen Werberaum zu schmuggeln,
ihre Kunst für das Medium Großplakat in der Innenstadt zu veröffentlichen.
   
  Sam Ashley beim akzentuierten Stadtrundgang zur Eröffnung  
   
     
     
  Teilnehmende KünstlerInnen:

Thomas Haubner (Potgasse)
Stephan Köperl & Sylvia Winkler (Silberstrasse)
Wolfgang Spanier (Kolpingstrasse)
Marina Thies (Hövelstrasse)
 
   
     
   
 

vor der Arbeit von Thomas Haubner, von links nach rechts:
Sylvia Winkler, Thomas Haubner, Stefan Köperl, sitzend: Wolfgang Spanier

 
     
 

Thomas Haubner entwickelte seine Arbeit für die Plakatwand gegenüber einer der Dortmunder Tageszeitungen. Ausgehend von diesem Standort beschäftigt er sich mit Journalismus, Bildberichterstattung, Fakt und Fiktion. Wie in vielen seiner Arbeiten mit Fotografie, geht es um
das Verhältnis von "Original" zu "Fälschung", von Ereignis zu Bildern und Worten, die dieses
Ereignis beschreiben und im Beschreiben zwangsläufig immer auch verändern, fälschen,
neu erfinden. Die Arbeit entsteht kurzfristig vor Ausstellungsbeginn, um nachrichtenaktuelle
Themen und Motive einarbeiten zu können.

   
     
 
 
     
 

Stephan Köperl & Sylvia Winkler führen seit Beginn ihrer Zusammenarbeit 1997 eine Serie fotografisch dokumentierter Textperfomances in verschiedenen Ländern fort. Sätze des
jeweiligen Sprachraumes werden durch die Inszenierung scheinbar unspektakulärer Situationen
im öffentlichen Raum verborgen.
Für "Stadtmitte, fixiert" legten Köperl & Winkler sich im Stuttgarter Stadtraum in Schaukästen, aus denen sie dann die Dortmunder Kreuzung Silberstraße / Ecke Martinstraße beobachten. Während einer Performance wurde zusätzliches Vokabular auf dem plakatierten Bildmotiv angebracht.

>www.winkler-koeperl.net

 
 
 
 
   
 
Wolfgang Spanier greift in seinem künstlerischen Plakat am Kaufhof die in der Werbung beliebte direkte Ansprache des Publikums auf. Er nennt eine Telefonnummer und eine Emailadresse zur Kontaktaufnahme und fragt: "Hätten Sie das auch gekonnt?"
Diese scheinbar einfache Frage führt in der Kombination mit dem Bildmotiv von drei jungen Mädchen zu immer neuen Fragen: Was hätte man können sollen? Da zu dritt rumsitzen?
Mit den Dreien ins Tropenhaus gehen? Das Bild oder Video machen? Und warum überhaupt? Hintersinnig schafft Spanier ein Netz aus Bezügen, die zu keinerlei Auflösungen führen und thematisiert so sinnfällig in alltäglichen Werbestrategien enthaltene Tricks, läßt zugleich unterschwellig Vorbehalte gegenüber moderner Kunst aufscheinen.
"Das hätte ich auch gekonnt!" - leicht gesagt und oft bemerkt, wenn man über Kunst redet.
 
     
 
 
 
  Marina Thies vom Institut für Paradiesforschung (ipfo) orientiert sich ebenfalls an Werbestrategien. Ihre Großfläche - ein Hochstandort in der Hövelstraße - wirbt für das
1997 von Christina Dilger und Marina Thies gegründete Institut für Paradiesforschung (ipfo),
das es sich zur Aufgabe gemacht hat, gegenwärtige Paradiesvorstellungen zu sammeln und der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Teilprojekt des Instituts geht es um die Auseinandersetzung mit der Frage, wie denn das eigene Idealgesicht aussieht:
"Was würden Sie an Ihrem Gesicht ändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?"
Der Ausgangspunkt der Arbeit ist ein gleichmäßig ausgeleuchtetes, scharfes Foto eines
Gesichtes (in diesem Falle das der Künstlerin), das digital so lange bearbeitet wurde, bis es dem gewünschten Gesicht entsprach.
 
 
 
   
 

Organisation und Idee: An Seebach und Harald Busch

Projekt im Rahmen des Monats der Fotografie im Ruhrgebiet 2001
Special zur Ersten Dortmunder Museumsnacht
mit freundlicher Unterstützung der Firma Stroer - outdoor media, Düsseldorf

Die Plakate wurden bei Firma Niggemeyer, Bochum gedruckt

 

 

   
   
< zur Übersicht
>Katalog bestellen