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24.05.02
- 27.07.02,
Eröffnung
am Freitag, den 24. Mai 2002 um 20 Uhr
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_Kann man
eine aufkommende Panik verschieben? Ist das der
wohlmeinende Rat eines hilflosen Freundes oder
die innere Stimme, die immer noch sagt: Jetzt
bloß nicht nervös werden!
_obwohl Dir der Schweiß schon längst
auf der Stirn steht?
Lets panic later ist eine Ausstellung,
in der es um die Angst vor dem
Kontrollverlust über sich selbst und die
Außenwelt geht.
Lets panic later zeigt 8 künstlerlerische
Positionen aus Schottland und Wales
_Arbeiten, die emotionale Extremzustände,
Angst, Depression, Neurosen
und/oder deren Bewältigung thematisieren. |
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Teilnehmende KünstlerInnen:
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Paul
Carter
Schutzhütten, deren Hülle Geborgenheit
verspricht, sind eines von Carters Themen. Allerdings
arbeitet er nicht schlichte Gleichnisse aus, sondern
benutzt die architektonischen Formen, um sie mit
grundsätzlichen Aussagen zur emotionalen
Befindlichkeit des Menschen aufzuladen. Carter
wird eine neue Arbeit für die Ausstellung
entwickeln. |
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Neil
Coombs
In der Projektion seiner "Cache Machine"
nutzt Coombs die modernen digitalen Möglichkeiten
und kritisiert sie zugleich. Er späht Festplatten-Zwischenspeicher
aus und lässt aus den dort zu findenden Bildresten
ein sich ständig wandelndes Kruzifix entstehen.
Der Zusammenhang zwischen dem Verlust von Identität
durch Überwachung und Verfolgungsangst bis
hin zur Paranoia wird in Coombs' Arbeit sinnfällig.
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Kate Gray
"Erdbeben" nennt Gray ihre Skulptur,
die eine sich krabbelnd bewegende menschliche
Figur in eine Modellbau-Wohnung projiziert.
Aus der spielerisch anmutenden Konstellation
entsteht durch den Blick, der sich auf die
Situation von oben richtet eine merkwürdige
Spannung zwischen passiver Allwissenheit des
Betrachters und mitleidender Sympathie.
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Michelle
Naismith
Obwohl auf den ersten Blick als Monitorarbeit
wahrgenommen, drängt sich ein Motiv der Arbeit
von Naismith in den realen Raum vor: Der Baseballschläger,
dessen dunkel dräuende Präsenz das Video
bewußt nicht auflöst, findet sein reales
Pendant in den Ausstellungsräumen. Zwischen
der Empfindung eines schwer benennbaren psychischen
Drucks und den daraus resultierenden rätselhaften
gewalttätigen Aussichten pendeln die Eindrücke
des Betrachters auf ungute Weise hin und her. |
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Janie
Nicoll
In den Installationen von Janie Nicoll spielen
Tod und Bedrohung eine wesentliche Rolle.
Mit toten Fliegen erarbeitet sie Szenarien im
Raum, an den Fenstern,
die mit Verlassenheit, mit Deprivation und mit
dem Horror leerer Wohnungen zu tun haben.
Für das Künstlerhaus wird Janie Nicoll
eine neue ortsspezifische Installation erarbeiten.
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Shani Rhys James
In einer obsessiven Serie von Porträts
"facing the self"
umkreist Shani Rhys James malerisch
immer wieder das eigene Gesicht
und spürt dort die Verletzungen,
die Bedrohungen und
die Verunsicherung auf.
Es gelingt Shani Rhys James,
über die Individualität der Porträtierten
hinaus
ein allgemeingültiges Bild zeitgenössischen
Fühlens
zu schaffen.
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Simon Robertshaw
In der Arbeit "trace elements" gelangt
Robertshaw
mit Methoden der Spurensicherung zu einer Installation,
die die Auflösung der psychiatrischen Kliniken
in Großbritannien
zum Thema hat.
Am Fußende von Originalbetten,
dort wo üblicherweise die Krankengeschichte
tabellarisch abzulesen wäre,
sind Videos von Arzt-Patientengesprächen
zu sehen,
ebenfalls in den Kliniken zurückgelassen.
Die gezeigten Inhalte erzeugen eine tiefgreifende
Verstörung über
die Rollen der Darsteller: Ist es
nicht vielmehr der Patient,
der den Arzt therapiert oder zumindest beeinflusst?
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John Timberlake
In den Bildern von Timberlake stimmt etwas
nicht: Friedrichsche Rückenfiguren ziehen
den
Betrachter identifikatorisch in die Betrachtung
eines Naturwunders, das keines ist.
Die britischen Atomtests auf der anderen Seite
der Welt sind die Vorlagen für die seltenen
Wolkenformationen, denen sich die Betrachter
mit den Figuren im Bild geniesserisch zuwenden.
Timberlake konfrontiert in seinen Bildern
auf meisterliche Weise Kontemplation und Unheil.
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Organisation
und Idee: Harald Busch,
Peter Schmieder
>Katalog
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Texte: Peter Schmieder
[Übersetzungen ins Englische: Harald
Busch]
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mit
frdl. Unterstützung
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