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4.
November 18. Dezember 2005
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>Katalog |
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Teilnehmende KünstlerInnen:
Jens Brand, Köln
Kerstin Gottschalk,
Berlin
Peter Heber,
Hannover
Karsten Krohn,
Rinteln
Alicja Kwade,
Berlin
Gerhard Mayer,
Nürnberg
Ricarda Mieth,
Berlin
Stefanie Reling,
Wiesbaden und Stuttgart
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begleitend:
Vortrags-Reihe
this sight - Physiker
und Kunst
an den ersten drei Adventssonntagen um 19 Uhr
>Programm
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Die Ausstellung ist Resultat eines Aufspüren
und Sammeln eines möglichst breiten Spektrums
künstlerischer Standpunkte, die auf eine
Verbindung zur Physik schließen lassen.
Neben einer entsprechenden Deutung durch die
Künstler selbst war dabei auch die Möglichkeit
einer einschlägigen Interpretation durch
die Organisatoren beide besitzen einen
naturwissenschaftlichen Background - ein Kriterium.
Dem Betrachter können auf diese Weise Zusammenhänge
präsentiert werden, die ein allein der
Kunst verpflichtetes Umfeld nicht erfassen könnte.
Durch die Ausstellung und die begleitenden Vortragsreihe
soll dem Betrachter / Zuhörer ein Eindruck
von der Verflechtung künstlerischen und
naturwissenschaftlichen Schaffens vermittelt
werden.
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Die Künstlerinnen und Künstler und
ihre Arbeiten:
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Jens
Brand |
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G-Player4,
Klang- und Rauminstallation
Der G-(lobal) Player ist ein
Apparat, der die Oberflächenstruktur
der Erde mittels Satellitendaten abtastet
und hörbar macht - genau wie eine Plattespielernadel
die Höhenunterschiede in den Rillen einer
Schallplatte in Töne umwandelt. Der Untertitel
Die Erde ist eine Scheibe ist
also - in neuem Kontext - wörtlich zu
nehmen. Brand spielt mit wissenschaftlichen
Techniken und und menschlichen Vorstellungen.
Diese Kombination erzeugt eine völlig
neue Art der Wahrnehmung. Wir hören
unseren Planeten, der uns dadurch gleichzeitig
als Ganzes bewußt gemacht wird.
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Kerstin
Gottschalk, Ricarda Mieth
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Ansichten,
interaktive Raum- und Klanginstallation
In der Gemeinschaftsarbeit lösen sich
Bilder von Kerstin Gottschalk in unterschiedlichen
Zeitintervallen von ihren elektromagnetischen
Halterungen und klappen, von der Schwerkraft
getrieben, kopfüber nach unten und an
die Wand, wo je nach Bildgröße
ein anderer Aufprallton entsteht. In dieser
Position offenbaren sie statt der Malerei
auf der Vorderseite die unbemalte Rückseite
und die Halterungstechnik - bis sie vom Besucher
wieder nach oben geklappt werden. Die Arbeit
kombiniert mehrere physikalische Effekte und
besitzt den Charakter eines Versuchsaufbaus,
in den der Betrachter mit eingreifen soll.
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Peter
Heber
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Lost in
Space, Holzschnitte
Die kleinformatigen Holzschnitte
aus der Serie Lost in Space entwickeln
unter der Oberfläche unendliche Weiten.
Die Motive wirken fast wie natürlich entstandene
Strukturen und ziehen den Blick des Betrachters
magisch immer mehr in die Tiefe. Sie sind inspiriert
von Darstellungen in Weltraumatlanten, in die
der Künstler bei seinen beiden Brüdern
- beide ihres Zeichens Astrophysiker - immer
wieder Einblick hatte.
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Karsten
Krohn |
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Raumfänger,
Drahtobjekte und Zeichnungen
Die Arbeiten aus der Serie Raumfänger
thematisieren den Raum an sich, ein durchaus
physikalisch-wissenschaftlicher Ansatz. Die
Darstellung von Raum durch ein möglichst
filigranes Liniennetz erinnert an die Versuche
der Visualisierung von gekrümmter Raumzeit
im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie.
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Alicja
Kwade
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Serie
Meridiane (Fotoarbeiten),
Spacezimmer,
Lichtgeschwindigkeit (Video)
Die durch Mehrfachbelichtung entstandenen Fotoarbeiten
der Serie "Meridiane" erinnern an
Labor-Szenarien zur exakten Erforschung des
Laufes von Sonne (und Mond) bzw. von Spielzeugmodellen
derselben. Die Beschreibung der Bewegung eines
Körpers durch eine diskrete Abfolge von
Orten auf seiner Bahnkurve ist Grundlage vieler
in der Physik verwendeter mathematischer Techniken.
In der Videoarbeit Space Zimmer
muten die Aufnahmen von Elektrogeräten
im Standby-Modus in einem dunklen Raum an wie
unbekannte Flugobjekte oder Detektorspuren von
Bahnkurven kleinster Teilchen.
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Gerhard
Mayer
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#41, Gravitonentheorie-P,
Puzzlecollagen
Der Aufbau der Bilder aus kleinsten Einheiten,
die erst sichtbar werden, wenn man nah an die
Bildfläche herantritt, stellt eine Analogie
zum Aufbau jeglicher Materie aus Atomen bzw.
Elemtarteilchen her. Auch diese werden erst
durch genaues Hinschauen (mit aufwendigen Visualisierungsmethoden)
sichtbar. In unserer makroskopischen Wahrnehmung
bilden sie ein kontinuierliches Ganzes. Die
wellige Oberflächenstruktur der Collagen
ist eine Anspielung auf den Welle-Teilchen-Dualismus
der Materie.
Gerhard Mayer interessiert sich seit langem
für physikalische Grundlagentheorien, die
immer wieder Thema und Inspiration für
seine Arbeiten ist.
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Ricarda
Mieth |
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O.T. 2001 [Durchgang],
interaktive Rauminstallation
Ricarda Mieths Installation
lädt zum Selbstversuch ein: Was passiert,
wenn man mit den Spezialschuhen den magnetischen
Boden des aufgebauten Durchgangs betritt? Schwebt
man oder klebt man oder stellt sich ein instabiler
Zustand ein, den man an den hochgezogenen Seitenwänden
mit den Händen ausbalancieren muß?
Gravitation und Magnetismus sind in dieser Arbeit
kombiniert mit der menschlichen Neugier, die
jeder naturwissenschaftlichen Forschung zugrunde
liegt.
Der Durchgang, der den Blick nach rechts und
links abschottet, kann als Symbol für das
wissenschaftliche Bestreben angesehen werden,
Unwesentliches auszublenden.
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Stefanie
Reling
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0°+,
Grafik, Deutschlandreise, Video
Stefanie Relings Arbeiten
beziehen sich eher auf physikalische Begriffe
und Methoden als auf konkrete physikalische
Phänomene. Ihre
auf der Schreibmaschine entstandene Grafik-Serie
"0°+" greift die Ästhetik
der mathematischen Formelsprache auf.
In der neuen, für die Ausstellung entstandenen
Videoarbeit "Deutschlandreise" beschäftigt
sie sich mit dem Zeitbegriff und seiner Relativität.
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Programm
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27.11.2005, 19 Uhr
Günter Lergon, ehem. FB Experimentalphysik,
Universität Essen
"Auf Spurensuche nach
physikalischen Ideen in der bildenden Kunst"
4.12.2005, 19 Uhr
Joachim Krug, Prof. für Theoretische Physik,
Universität Köln
"Ein Auge welches sieht,
das andre welches fühlt" - Über
die Sichtbarmachung des Unsichtbaren
11.12.2005, 19 Uhr
Ernst Peter Fischer, Prof. für Wissenschaftsgeschichte,
Universität Konstanz
"Wissenschaft ohne
Kunst ist unmenschlich, Kunst ohne Wissenschaft
ist lächerlich."
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Fotos
©:
die KünstlerInnen
|Reinhild Kuhn (Eröffnung)
Konzept:
Rona Rangsch Organisation:
Rona Rangsch |
Ulrich Weber
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