< zur Übersicht 2007
 
 
   
 

Copycats - Vom B.Nutzen

16. Februar bis 18. März 2007

   
   
Eröffnung: Freitag, 16. Februar 2007, 20 Uhr
   
     
 

Teilnehmende KünstlerInnen:

Jan Bauer [Berlin]
Astrid S. Klein [Stuttgart/Paris]
Jurgen Ostarhild [Berlin]
Thomas Raschke [Schwäbisch Gmünd/Berlin]
Sebastian Rogler [Berlin]
Gloria Zein [Berlin]

 
   
   
 
 

 

     
  Der Ausdruck „Copycat“ bezeichnet im englischen Sprachgebrauch einen Nachahmungstäter.

In einer gemeinsamen Ausstellung von Gloria Zein, Jan Bauer, Astrid S. Klein, Jurgen Ostarhild, Thomas Raschke und Sebastian Rogler sollen Wirkung und Rezeption der medialen Bilderflut künstlerisch untersucht werden.

Die Verwendung von existierendem Bildmaterial bzw. Nachahmung als Methode zur Durchdringung von Realität ist seit vielen Jahren charakteristisch für die Arbeitsweise der sechs beteiligten Künstler. „Kopieren“ heißt für sie „sichtbar machen“ aber auch „transformieren“. Denn jede Wiederholung oder Vervielfältigung ist, spätestens seit Walter Benjamin, per se ein Eingriff in Status und Bedeutung des kopierten Objektes.

Dabei beschäftigen sich Bauer, Klein, Ostarhild, Raschke, Rogler und Zein weniger mit den Folgen der Reproduzierbarkeit noch mit den Extremen verbrecherischen Copycat-Verhaltens. Vielmehr geht es ihnen um das Allgemeine, das Alltägliche. Thematisiert werden Vergleichen, Nachahmen und Kopieren als absichtsvolle aber auch unbewusste Reaktion auf unser Umfeld und die veränderliche Welt der Bilder.
 
 
 
 
 

 

 
  Jan Bauer  
 
 
 
 
 
 
 
 

Jan Bauer (*1972, lebt und arbeitet in Berlin) interessiert sich vor allem für die Sachlichkeit der Bildsprache, die durch seine malerische Umsetzung gebrochen aber keinesfalls negiert wird. Dem zeichnerischen Charakter seiner historischer Ikonographie, Kriminalistik oder aktuellem Mediengeschehen entnommenen Vorlagen  wird konsequent entsprochen. So hinterfragen Bauers Arbeiten mit Hilfe eines kalkulierten Wechselspiels die tradierten, signifikanten Qualitäten der Malerei.

 
     
  Astrid S. Klein  
 
   
   
   
 

Astrid S. Klein (*1964, lebt und arbeitet in Stuttgart und Paris) untersucht in ihren kritischen Videoarbeiten stereotype Festschreibungen aktueller gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse, wie sie in den Medien und im Fundus des Kinos zu finden sind. Dabei gilt ihr Interesse der Dekonstruktion, performativen Umwandlung und Auflösung medialer Standards.

Die Videoarbeit „Europa Platz“, im Künstlerhaus Dortmund zu sehen, zeigt Architektur- und Stadtplanung als Repräsentanten gesellschaftlicher Vorstellungen. Die rhythmische Montage von eigenen Aufnahmen, kurzen Spielfilmausschnitten, präzisen Toneinspielungen und geschriebenem Text erschafft eine geisterhafte Welt in einer gedehnten Zeit.

 
 
     
Jurgen Ostarhild  
 
 
 
 
  Jurgen Ostarhild (*1956, lebt und arbeitet in Berlin) setzt sich in seinen digitalen Fotocollagen kritisch mit dem gängigen und zukünftigen Schönheitsbegriff auseinander. Aus Fragmenten selbst fotografierter Menschen kreiert er fiktive Gesichter und Identitäten. Seine Serie „Überbabes,“ entstanden in dem ethnischen Meltig-Pot Paris, scheint die Evolution und Entwicklung unserer Schönheitsideale vorwegzunehmen. 
 
   
     
Thomas Raschke  
 
 
 
 
  Dem Bildhauer Thomas Raschke (*1961, lebt und arbeitet in Schwäbisch Gmünd und Berlin) geht es um die kunstimmanenten Möglichkeiten von Kopier- und  Nachahmungsvorgängen. Ihn interessiert die Durchdringung der aktuellen Dingwelt des Westens. So existieren die von ihm aus Draht nachgebauten (digitalen) Konstruktionszeichnungen, sogenannte „Wireframes“ von Werkbänken, Musikstudios oder technischen Geräten, konsequent in allen Details als plastisches Ganzes im zeichnerischen Raum. Zwischen Installation und Objekt untersucht Raschke, wie unser Blick in das Innere eines Gegenstandes gelangen kann bei gleichzeitiger Wahrnehmung seiner äußeren Gestalt.
   
     
Sebastian Rogler
 
 
 
 
   
 

Der Maler Sebastian Rogler (*1961, lebt und arbeitet in Berlin) verdichtet und neutralisiert mit postideologischem Impetus die mediale Bilderflut. In seinen Bild- und Textcollagen verlieren die disparaten Einzelteile ihre ursprüngliche Konnotation. Selbst einstmals mit so hoher Bedeutung aufgeladenen Ikonen wie den RAF-Mitgliedern wird der politische Gehalt entzogen. Ihnen wird die gleiche Bedeutungsebene zugewiesen wie Marilyn Monroe und Mickey Mouse. So erhebt Rogler die Belege einer überlebten Wirklichkeit zu nostalgischen Kultbildern.

 
     
Gloria Zein  
 
 
 
 
  Gloria Zein (*1970, lebt und arbeitet in Berlin) hingegen verwischt absichtsvoll die Grenzen von Realität (bzw. bildnerischer Vorlage) und Fiktion, indem sie die Möglichkeiten narrativer Elemente auslotet. Aus Interesse für die künstlerische Überprüfung und Neucodierung soziokultureller Beziehungskonstellationen arbeitet Zein zudem oft partizipatorisch. Ihre Werke entstehen häufig erst -und nur- durch das Interesse auch kunstfremder Personen, gemeinsam über eine Problematik nachzudenken. So untersucht sie die von vorgeformten Zuschreibungen geprägten Wahrnehmungsmechanismen. Ihre Fotos, Performances und ortsspezifischen Installationen entmystifizieren historische wie zeitgenössische (Bild-)Ikonen.
 
   
 

Einladungskarte ©:
Foto
©: die KünstlerInnen

Organisation: Ulrich Weber | Hannes Woidich

unterstützt durch: Sparkasse Dortmund, Kulturbüro der Stadt Dortmund