a cooperation with the Kunsthaus Essen

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  Stille // Nacht
   
   
   
  12/7/2001 - 1/13/2002
Opening: Friday, den December 7th 2001 at 8:00 pm
Finissage: Sunday, January 13th 2002 at 6:00 pm
   
   
   
   

     
     

The time around the longest night of the year is connected to notions as family, christianity and commerce. Our senses are overflowded by brilliant pictures and all kinds of sounds. We have a look at those who llol for silence anyway and make an attempt to let art be a medium for reflection and contemplation.

Participating artists :

Uwe Ehrngruber
Eva Maria Kollischan
Ralf Peters


The paintings, photographies and installations by EHRNGRUBER, PETERS and KOLLISCHAN are idividual, subtle and of a highly aesthetic attraction. They have in common the great art of reduction. All works are figurative, interpreting real spaces; all three artists can be called "compositors of light". Their collective presentation allows - without narrowing the respective content of each individual work - a spanned refelection on the meaning of silence in personal and social contexts.

 
   
 
 
 
 
   

Uwe Ehrngruber_Painting

EHRNGRUBER führt uns motivisch an die Randzonen kultivierter Landschaften und - mehr noch - in die trügerische Idylle bürgerlicher Vorortsiedlungen. Die Fenster der ehemaligen Neubauten sind geschlossen und gewähren keinen Einblick. Der Vorgarten ist aufgeräumt, die Hecken sind gestutzt, die Nadelbäume beschnitten; es herrscht hehre Ordnung. Das Leben hat sich zurückgezogen hinter undurchdringliche Fassaden oder hermetisches Buschwerk.

Es herrscht eine rätselhafte Stille, die mitunter ungemütlich wirkt, weil sie zugleich befremdlich und vertraut ist. Uwe Ehrngrubers Bilder sind jedoch weder fantastisch noch surreal. Ihre Gegenständlichkeit beruht auf sedimentierter Erinnerung. (Man betrachte einmal vorurteilsfrei die Farben der Außenwelt, wenn die Sonne gerade mal nicht werbewirksam alle Nuancen wegknallt.)
Die Farbigkeit dient bei EHRNGRUBER der wesenhaften, nicht der naturalistischen Darstellung. Die dunkle Leuchtkraft seiner Farben scheint aus dem Inneren zu kommen. Meisterhaft erwirkt EHRNGRUBER, dass seine Bilder – im übertragenen Sinne – Mauern ähneln, die abends Wärme abstrahlen, welche tagsüber gespeichert wurde.

EHRNGRUBER pflegt mit seinen sorgfältig auf Holzwerkstoffen gemalten Kleinformaten eine elegant-nüchterne Malerei. Die monochromen lHimmel sind häufig mit glänzendem Industrielack gemalt, was ihnen eine immaterielle Materialität verleiht. Sie erinnern einerseits an mittelalterliche Goldgründe, und verleugnen andererseits nicht unsere pragmatische Baumarktkultur.

 
 
 
 
 

Eva Maria Kollischan_Installation, Drawing, Photography

Eva-Maria KOLLISCHAN hat zwischen die beiden Eingänge des Raumes eine hauchdünne Folie installiert, die die beiden Teile ihrer Installation “WO.ORT” zugleich trennt und verbindet.

In die linke Hälfte ist eine Art betretbares Nutzgebäude eingebaut, deren Funktion sich nicht eindeutig auf zB “Haltestelle”, “Laube” oder “Warteraum” festlegen lässt. Dieser stille Aufenthaltsort ist aus vielerlei Sorten von extrem synthetischem Dämmmaterial zusammengesetzt. Sie muten hart, kalt und tot an, und halten dennoch warm, schützen und bewahren. Üblicherweise werden solche Schichten zB unter hübschem Parkett, hinter geblümten Tapeten oder ordentlich solidem Putz versteckt. KOLLISCHAN enttarnt die normalerweise unsichtbaren und tiefer liegenden Schichten.
Lässt man sich auf der Sitzgelegenheit nieder, schaut man über die Brüstung hinweg in einen leeren, kargen Raum, und wartet darauf, dass etwas passiert. In der Fensterecke des rechten Teils der Installation ist ein grosses Stück Vlies befestigt, ziemlich schief und jenseits so ziemlich aller Regeln des Handwerks. KOLLISCHAN inszeniert hier das nackte Material, welches sich in Winterjacken verbirgt.

Eva-Maria KOLLISCHAN zeichnet und fotografiert Situationen, die nicht offensichtlich spektakulär sind. Ihre Aufmerksamkeit gilt den Randgeschehnissen und stillen Phänomenen, die zu beachten nicht nur persönlich bereichert, sondern auch unsere Gesellschaft als eine offene erhält. Das Wesentliche ist immer mehrdeutig.

 
   
 
 
   
 
 

Ralf Peters_Photography

Ralf PETERS’ “Portraits” zeigen jeweils einen am Computer sitzenden Menschen, der in seinen Monitor schaut. Der Monitor beleuchtet die portraitierte Person und einen Teil Raumes mit intensiv farbigem Licht. Die Betrachter dieser Fotos bekommen keinen Einblick auf die Art der Computertätigkeit. Es wird nicht ersichtlich, ob die gezeigte Person am Computer gerade spielt, arbeitet oder sich bildet; ob sie einen Geschäftsbrief liest, sich ihre Lieblingfarbe anschaut, oder an einer Internet-Auktion teilnimmt. Seltsam stimmt die scheinbare Zeitlosigkeit, die im Gegensatz steht zum Mythos der permanenten Beschleunigung, der dem Medium Computer zu eigen ist.

Das werbende, ja verheißend farbig strahlende Licht der nächtlichen “Tankstellen” wird durch Ralf PETERS mithilfe der digitalen Bildmanipulation ebenso betont, wie die beliebige Austauschbarkeit der Marken und Orte. Er löscht in den Fotos alle Logos und Zeichen, und lässt deren Umgebung im Dunkel verschwinden.

Die global operierenden Konzerne bilden Netzwerke aus Orten von gleichgeschalteter Funktion und Ästhetik, egal an welchem Ort. Sie bedienen die auch in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft noch vorhandene Verführbarkeit durch Licht, zur Werbung für den Mythos der Mobilität.
Das nächste von PETERS geplante Projekt soll ihn nach Saudi-Arabien führen, in ein Land, von dem es heißt, neben jeder Autobahntankstelle stehe auch eine Autobahnmoschee. Es geht das Gerücht, dass Tankstelle und Moschee einträchtig mit der gleichen Art von Neonreklame um Aufmerksamkeit buhlen.